Ein in der Kinowerbung verwendetes Werbemittel von mindestens 20 Meter Länge.
Werbefilme müssen für mindestens eine Spielwoche zur Einschaltung
gelangen. Die Länge eines Werbefilms, Werbekurzfilms und Kinospots wird
vom ersten Bild bis zum letzten Bild, bei Tonnachlauf bis zum letzten Ton gemessen.
Werbefilme sind das gebräuchlichste und wirksamste Werbemittel im Kino.
Die Mindestfilmlänge beträgt 30 Sekunden. Der frühere Zuschlag
für die Filmlängen zwischen 30 und 44 Sekunden entfällt. Diese
Formate sind heute ebenfalls mengenrabattfähig.
Werbefilme werden im Allgemeinen als 35-mm-Kinofilm mit Lichtton vorgeführt.
Das Breitwand-Format beträgt 1 : 1,85 (Seitenverhältnis Höhe
zu Breite), auch "U.S. wide Format" genannt. Nur dieses Format gewährleistet,
dass das Bildmotiv in voller Höhe auf der Leinwand abgebildet wird. Hinsichtlich
der Tonformate für Werbefilme ist zu beachten, dass nur noch Dolby-SR-Kopien
produziert und vorgeführt werden. Der Werbefilm wird wöchentlich gebucht,
jeweils von Donnerstag bis Mittwoch (Spielwoche). Mit Beginn des Jahres 2001
besteht ein mehrfaches Verschieberecht innerhalb eines Kalenderjahr. Für
eine Verschiebung in das nächste Kalenderjahr besteht ein einmaliges Verschieberecht.
Die Frist hierfür beträgt jeweils 4 Wochen. Verschobene Termine werden
automatisch zu Festaufträgen und können somit zwar weiterhin verschoben,
aber nicht mehr storniert werden. Die Stornofrist verringert sich auf 60 Tage
zum Einschaltbeginn.
Die kleinste belegbare Einheit sind die einzelnen Abspieleinheiten. Die Preisbildung
beim Werbefilm erfolgt in Abhängigkeit von Filmlänge und Besucherzahlen
der ausgewählten Kinos (s. unten). Ein Konkurrenzausschluss wird nicht
gewährt.
Werbefilme haben vor allem die folgenden, für die Gestaltung dieses Werbemittels
relevanten Merkmale und Eigenschaften:
• Der Kinofilm wird in einem öffentlichen, abgedunkelten Raum vorgeführt.
Die Personen kennen einander nicht. Die Ansprache im Werbefilm kann daher nicht
so persönlich sein wie im Fernsehfilm. Dem steht entgegen, dass gerade
durch die Dunkelheit und Großaufnahme ein unmittelbares Verhältnis
zwischen Zuschauer und Geschehen auf der Leinwand entstehen kann.
• Der Kinozuschauer geht ins Kino, um sich zu unterhalten. Der Werbefilm muss
sich diesem Anspruch anpassen, um nicht als Fremdkörper empfunden zu werden.
Die Botschaft muss in unterhaltsamer, sympathischer, aber auch nicht aufdringlicher
Form vermittelt werden.
• Der Kinowerbefilm erreicht den Zuschauer häufig nur einmal. Er sollte
daher alle wichtigen Argumente enthalten. Seine Wirkung baut auf Einzelwirkung
und nicht auf serieller Einschaltung auf.
• Der Kinowerbefilm kann wegen der Umfeldverhältnisse Farbe in viel besserem
Maße als andere Medien darstellen. Das sollte bei der Gestaltung des Werbemittels
genutzt werden.
• Der Werbefilm kann Totalaufnahme mit vielen Details bringen.